Rückblick: 2. Schönberg International Songwriting Festival
Vom 18. bis 20. September 2026 stand Schönberg am Kamp zum zweiten Mal ganz im Zeichen des internationalen Liederschreibens. Musikerinnen und Musiker aus Neuseeland, Irland, Schottland, England, Deutschland, Norwegen und Österreich trafen aufeinander, präsentierten ihre eigenen Songs, schrieben gemeinsam neue Lieder und ließen die Abende bei spontanen Jam-Sessions ausklingen.
Am Freitagabend wurde das Festival gemeinsam mit dem Iren und Wahlschönberger Shane Ó Fearghail sowie den bereits angereisten Musikerinnen und Musikern eröffnet. In herzlicher Atmosphäre gaben sie erste musikalische Einblicke und machten Lust auf das Festivalprogramm der kommenden Tage.
Ein besonderes Highlight war auch heuer wieder der Songwriting-Workshop am Samstagvormittag im Musi-Eck der Jungmusikant:innen. In der Gruppe zeigte sich, wie wunderbar internationale Begegnung durch Musik gelingen kann: Plötzlich saßen Irland und Österreich gemeinsam am Tisch und schrieben an einem Lied, während an anderer Stelle Deutschland und Norwegen musikalisch aufeinandertrafen. Sprachliche und kulturelle Unterschiede wurden dabei nicht zu Hindernissen, sondern zu einer zusätzlichen kreativen Quelle. Innerhalb von nur 30 Minuten entstanden neue Songs, die anschließend präsentiert wurden.

Bei sommerlichen Temperaturen war auch auf der Straße Musik zu hören. Johnny Falter, bekannt von der Gruppe „Motschka“, sorgte bei der Bushaltestelle mit intelligenten, politisch-sarkastischen Texten, viel Humor und trockenem oberösterreichischen Dialekt für Stimmung. Er sah im Festival einen „wunderschönen Kontrast zur zunehmenden Individualisierung und Fragmentierung in der Musikbranche“: Man komme zusammen und suche die Verbindung in der Musik.

Am Samstagabend wurde in der Alten Schmiede weiter musiziert. Lily & the Wildflowers aus Norwegen berührte das Publikum mit zartem Gesang und zerbrechlichen Folkmelodien, darunter auch ein Stück in ihrer Muttersprache. Der schottische Musiker Chris Pookah nahm das Publikum mit seiner warmen Stimme und feinem Fingerstyle-Gitarrenspiel gedanklich mit auf die Insel. Karin Rabhansl überzeugte anschließend nicht nur mit energiegeladenen Liedern, sondern brachte das Publikum mit ihrem bayerischen Dialekt und pointiertem Humor immer wieder zum Lachen. Zeilen wie „Musiker sind asozial“ oder „Mogst schmusn, mir warads wurscht“ wurden begeistert aufgenommen und mitgesungen.
Der Sonntagnachmittag begann mit Rebecca Mack aus Irland. Mit ihrer feinfühligen Stimme und melodischem Charme schuf sie eine besondere Atmosphäre und lud spontan weitere Künstlerinnen und Künstler auf die Bühne ein. Danach übernahmen Paul Gurney, Richard Adams und Austin Stansfield. Das Trio aus Neuseeland und England präsentierte gemeinsam handgemachten Americana-Sound zwischen Folk, Country und Blues und bildete einen gelungenen Abschluss des Konzertprogramms.

Bild: MGphotograhp
Eine weitere Besonderheit des Festivals zeigte sich jedoch nicht nur auf der Bühne. Jeden Abend wurde im Papperl á Pub gemeinsam musiziert, gesungen und improvisiert. Lily aus Norwegen zeigte sich begeistert: Das Festival stiftet Gemeinschaft und schafft einen Raum, in dem man auch unbekanntere Künstlerinnen und Künstler entdecken kann.
Immer wieder genannt wurde von den internationalen Gästen der besondere Charme des Ortes: die historischen Spielstätten wie die Alte Schmiede, die kurzen Wege zu Fuß und die Ruhe abseits der Bühne. Für Rebecca Mack fühlte sich der Auftritt in den altehrwürdigen Mauern an wie eine kleine Zeitreise. Auch sonst hinterließ Schönberg als Ort einen so tiefen Eindruck, dass für sie feststeht, unbedingt wiederzukommen. Karin Rabhansl meinte:
„Schönberg am Kamp ist ein absoluter Traum. So ein schöner Ort, ich will auch da wohnen.“
Das zweite Schönberg International Songwriting Festival hat gezeigt, dass auch abseits der großen Zentren ein funktionierendes Forum für eigenständige Live-Musik und internationalen Austausch entstehen kann. Ein Format, das ausschließlich auf selbst geschriebene Lieder setzt, braucht etwas Mut, bereichert das kulturelle Angebot der Gemeinde aber genau dadurch um eine sehr persönliche Note.
Das Festival ist ein Projekt der Singer-Songwriter Kultur Niederösterreich. Als gemeinnütziger Verein schaffen wir Räume, in denen selbstgeschriebene Musik entstehen, wachsen und gehört werden kann – durch Songwriting Circles, Workshops, Konzerte und kulturelle Veranstaltungen.

Bild: MGphotograhp
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